von Bertrand Russel
Nehmen wir an,
dass gegenwärtig eine bestimmte anzahl von menschen
mit der herstellung von nadeln beschäftigt ist.
Sie machen so viele nadeln, wie die weltbevölkerung braucht
und arbeiten acht stunden täglich.
Nun macht jemand eine erfindung, die er ermöglicht,
dass dieselbe zahl von menschen
doppelt so viele nadeln herstellen kann.
Aber die menschheit braucht nicht doppelt so viele nadeln.
Sie sind bereits so billig,
dass kaum eine zusätzliche verkauft würde,
wenn sie noch billiger würden.
In einer vernünftigen welt würde jeder,
der mit der herstellung von nadeln beschäftigt ist,
jetzt eben vier statt acht stunden täglich arbeiten,
und alles ginge weiter wie zuvor.
Aber in unserer realen welt
betrachtet man so etwas als demoralisierend.
Die nadelarbeiter arbeiten noch immer acht stunden,
es gibt viel zu nadeln.
Einige nadelfabrikanten machen bankrott,
und die hälfte der leute verlieren ihren arbeitsplatz.
Es gibt jetzt, genau betrachtet,
genausoviel freizeit wie bei halber arbeitszeit;
denn jetzt hat die hälfte der leute
überhaupt nichts mehr zu tun,
und die andere überarbeitet sich.
Auf diese weise ist sichergestellt,
dass die unvermeidliche freizeit elend hervorruft,
statt daß sie quelle des wohlbefindens werden kann.
Kann man sich etwas irrsinnigeres vorstellen?
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diese wenigen Sätze sagen soviel aus. Es ist wirklich Irsinn.
Dachte mir auch oft als ich noch im Büro saß und so manche “ehrgeizigen” (dieses Wort sagt ja auch schon viel aus) Kollegen beobachtete: sind die irrsinnig?? wozu das alles?? Dieser Kampf um Anerkennung und Prestige ist anstrengend und geht an die Substanz. Und ich höre immer öfter von Herzinfarkten oder Burnout’s von meinen Ex-Kollegen. Es verwundert mich nicht. Ich verstehe natürlich dass viele Menschen unter Druck stehen, Existenzängste haben. Jedoch auf Kosten der Gesundheit da mitzumachen ist wirklich Irsinn.
Ich bekam letzte Woche einen Kommentar von einem “Niemand” (er hat sich selbst so genannt) der meinte ich soll meinen Arsch in Bewegung setzen, dann tut sich wieder was. Ich hab ihn nicht veröffentlicht weil mir das zu blöd war. Aber ich sag jetzt hier zu dir: Ich bewege meinen Arsch wann es mir passt. Und du darfst dir ruhig weiterhin den Arsch für andere aufreissen oder anderen in den Arsch kriechen um kein “Niemand” mehr zu sein. Du bist wahrscheinlich jemand für den “Arbeitslose” so eine Art “Niemand” sind. Ist ja cool, da bin ja lieber ein Niemand, als dass ich von einer Arbeit die mir keinen Spaß macht krank werde (im Grunde sind wir ja alle “Niemand”, aber dieser nette Mitleser hat es sicher anders gemeint
).
Liebe anderen Blog-Leser, verzeiht mir bitte so manches Wort, aber das musste einfach sein :-)) .
bis dann…
4. März 2008 um 11:35 nachmittags
Hi Nada,
man sollte sich schon gut überlegen, wieweit man “mitspielt”. Eine gesunde Motivation reicht imho aus um jede Unternehmung durchzuziehen, denn diejenigen, die es erfordern dass die Leute ausbrennen, unnötige Fehler machen, sich dafür gegenseitig mobben, etc. ziehen nicht nur die Mitarbeiter runter, sondern das Unternehmen gleich mit. Natürlich kann man das geschickt umgehen wenn man als Unternehmer gut taktiert, durch Wechsel der Belegschaft oder gleich des ganzen Unternehmens, aber letztlich würde es das gesamte System zerstören wenn jeder auf diese Strategie setzt. Einzelne “Blasen” die platzen und die Börsen runterziehen, zeigen nur dass das Wachstum gewisse natürliche Grenzen hat die unbedingt einzuhalten sind, und auch die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters hat welche. Letztlich geht es darum, soviel zu leisten wie man kann, ohne sich nachhaltig mental und körperlich zu erschöpfen, denn nur daraus kann neues Potential entstehen. Was und wie das für dich aussieht, und mit was du arbeiten kannst, das kannst du eigentlich nur selbst wissen, daher rate ich dir jetzt mal weder zur hysterischen Mehrarbeit noch zum Aufgeben jeglicher Wettbewerbsinteressen.
5. März 2008 um 7:46 vormittags
Liebe Nada,
die Geschichte hat wirklich was und ich persönlich mache es ja auch nicht anders. Meine Arbeitszeiten übersteigen in der Woche auch nicht 25 Stunden. Gut, ich gebe Gesangs- und Yogaunterricht, aber das ist auch eine sehr intensive Arbeit - und sie macht mir viel Freude. Allerdings würde ich nicht für ‘mehr Geld’ das Doppelte an Stunden arbeiten wollen. Da ist mir meine Freizeit dann doch viel zu kostbar. Ich kann zwar keine großen Sprünge machen und muss mir Vieles absparen, wenn ich mir etwas wünsche in materieller Hinsicht. Allerdings wird das auch immer weniger. Yoga macht mich ziemlich bescheiden, was Luxus in materieller Form angeht - Luxus ist für mich die Freizeit, die ich für mich und meine Lieben genießen kann. Und daran werde ich in Zukunft auch nicht sparen.
Irgendwann wird sich für Dich vielleicht auch genau die Tätigkeit finden, mit der Du gern Deinen Unterhalt bezahlst - wer weiß das schon. Lass Dich nicht so provozieren. Das ist eben der Frust, der dann entsteht, wenn Menschen meinen, ‘für andere’ arbeiten zu ‘müssen’ - Niemand muss für irgendjemanden arbeiten
In Liebe,
Sara
5. März 2008 um 8:36 vormittags
Um was geht es, eigentlich, mind.it, was ist die Trophäe?
Eine Kiste aus Brettern, in die man gelegt wird, und diese
Trophäe ist für alle gleich …
Gruß
tobias
6. März 2008 um 10:31 vormittags
@mind.it
freu mich dich hier zu lesen. Du schreibst, du rätst mir nicht zum Aufgeben jeglicher Wettbewerbsinteressen. Das ist schon lange geschehen. Ich habe mich früher gerne mit anderen gemessen, doch das ist lange her. Das interessiert mich nicht mehr. Ich will einen Job der mir Spaß macht, und kein Wettrennen veranstalten.
@Sara
danke für deine lieben Worte
.
@Tobi
*looool* wahre Worte
.
7. März 2008 um 8:36 vormittags
Dazu fällt mir ein Vers ein, den mir mal ein älterer Mitarbeiter, wie ich noch ein junger Mitarbeiter war, gesagt hat:
Ich habe leider nur noch die 2 letzten Zeilen in Erinnerung:
…und hinter dir, da grienst der Tod,
kaputtgebrasselt, du Idiot!
7. März 2008 um 2:04 nachmittags
Wenn’s hilft!
8. März 2008 um 7:44 vormittags
Hallo Nada,
bin über einige Umwege zu diesem ‘tollen’ Ausschnitt vom Eggehaaad gesurft und ich finde, es passt herrlich zu diesem Thema:
http://www.youtube.com/watch?v=Lx526pO9UV0
In Liebe,
Sara